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Klingenthaler Jubiläumshunderter – ein Plus für Wanderer und die Region - Alles zur Klingenthaler Wanderung

Das war schon ein toller Empfang, den die Mitglieder des Klingenthaler Wandersportvereines den Wanderern bereiteten, die am vergangenen Samstag gegen 16.45 Uhr, begleitet von stehendem Applaus, im Festzelt nach fast 23 Stunden den Schlussstrich hinter mehr als 100 km über 2.660 Höhenmeter durch das tschechisch- deutsche Grenzland setzten.
Der „Jubiläumshunderter“ zu Ehren des 100-jährigen Stadtrechtes für Klingenthal begann am Freitag 18.00 Uhr mit einer geführten 50 km Nachtwanderung. Bürgermeister Thomas Hennig und der Vereinsvorsitzende Peter Meisel schickten 26 Freizeitsportlerinnen und -sportler, davon ca. die Hälfte aus Tschechien in eine abwechslungsreiche, ja teilweise sogar spannende Nacht.

Start zum Klingenthaler Jubiläumshunderter

DRK- Geschäftsführer Jörg Stingl vergewisserte sich zu dieser Zeit persönlich, dass das zur Sicherung und Versorgung bereitgestellte Einsatzfahrzeug des Deutschen Roten Kreuzes Klingenthal einschließlich Rettungssanitäter Franz Götz (Deutsches Rotes Kreuz Bergwacht Klingenthal/Bublava) einsatzbereit sind.
Der erste Anstieg ab Markhausen hinauf bis kurz vor Pocatky bescherte auf 6 km einen Höhenunterschied von ca. 250 m und dem/der ein – oder anderen Wanderer/in die Erkenntnis, dass die Nacht wohl viel härter als erwartet würde. Bereits auf diesem Abschnitt zeigte es sich, wie wichtig es war, mit Mira Havlicek und Zdenek Tomanek zwei zusätzliche tschechische Wanderführer zur Seite zu haben, um in verschiedenen Gruppen getrennt weiter laufen zu können. Relativ relaxed war danach die Tour bis zum ersten Kontroll-/ Versorgungspunkt Liboc, der bei km 13,7 gegen 20.30 Uhr erreicht wurde. Bereits hier hatte Franz – die „gute Fee“ und auch Stimmungsaufheller der Nacht die ersten „Blessuren“ in Form von Blasen und sonstigen kleineren Wehwehchen zu
versorgen. Auf dem Weg nach Olovi kamen wir auch am „Zwiebelchen“ (Cibulka) vorbei, einem ansehenswerten Aussichtsturm, dessen 140 Stufen einige sogar erklommen. Ansehenswert auf dem Weg dorthin auch die 1915- 1917 erbaute einzigartige Kapelle, von welcher trotz angesagter Eile reichlich Fotos geschossen wurden.
Spätestens auf dem anspruchsvoll – steilen Abstieg nach Olovi mussten die Stirnlampen angeknipst werden, weil – trotz klarem Himmel und Mitsommernacht – kein Mond zu sehen war. Die Gaststätte „U Bodlaka“, neben der Kirche hatte einen sehr wohlschmeckenden Goulasch zubereitet, so dass nach einer halbstündigen Pause das bereits um 5 Wanderer reduzierte Team mit neuen Kräften den Aufstieg nach Jindrichovice
unter die Füße nehmen konnte. 2 Stunden später und wiederum 200 m höher erreichten wir über Loucna diesen Ort, nachdem fast die gesamte Zeit über die roten Signallampen der teilweise neu errichteten Windräder und der Geruch von blühendem Jasmin in völlig zur Ruhe gekommener Natur die einzige Abwechslung boten. Selbst die am Tage zahlreich bellenden Hunde hielten weitestgehend Nachtruhe. Den Reiz des am Tag zu den schönsten Wegen gehörenden, sich bergab entlang des Skrivan schlängelnden Waldweges konnten wir leider in der Dunkelheit nicht genießen. Im Gegenteil bereitete dessen mehrmalige Überquerung wegen der vorangegangenen Regenfälle einige Schwierigkeiten. Ohne Stirnlampen wäre hier wohl Schluss gewesen.
Jenseits der Straße nach Sindelova und nach mehr als einstündigem Aufstieg erwartete uns Franz in Rotava am letzten Kontrollpunkt der Nacht an hellerleuchteter Tafel wieder mit kühlen Getränken, Schokolade und notwendigen Sanitäterleistungen. Während seine flotten Sprüche gut taten, wurde auf den dargebotenen Becherovka weitestgehend verzichtet. Zum Schutz der eigenen Gesundheit mussten uns an diesem Punkt wieder einige Sportlerinnen und Sportler ziehen lassen. Nochmals 2 km bergauf bis auf 720 m Höhe und vor uns lag nur noch der Abstieg nach Kraslice. Am nicht mehr genutzten Schwimmbad und oberhalb des ehemaligen Krankenhauses vorbei, verging der Abstieg wie im Fluge, während die 5km leicht bergauf bis Klingenthal doch recht lang wurden, zumal wir wegen des gesperrten Fußweges auf der Straße laufen mussten und manche Autofahrer uns mit ziemlichen Speed an die Seite verwiesen.
In Kraslice vereinigten sich die unterwegs getrennten Gruppen und die verbliebenen Wanderer kamen gegen 05.00 Uhr fast gemeinsam wieder in Start/Ziel – Festzelt an.
Dort und im „Vogtlandkeller“ wurden wir von den am frühesten Morgen bereits wieder tätigen Betreuerinnen und Betreuern vom Klingenthaler Wandersportverein bestens mit geschmierten Schnitten, Getränken und allerlei sonstigen Wohltaten verwöhnt.
Die Teilnehmer der Nachtwanderung erhielten ihre Urkunden und wurden verabschiedet, während die verbliebenen 6 Kandidaten für den „Jubiläumshunderter“ sich nach langer Pause, die auch zum Umkleiden und der Körperpflege verwendet wurde, gegen 06.00 Uhr auf den Weg zur zweiten und mit über 1.600 m Höhenunterschied noch anspruchsvolleren Etappe machten.
Die verbleibende recht geringe Teilnehmerzahl hängt möglicherweise auch damit zusammen, dass der Jubiläumshunderter 600 Höhenmeter mehr ausweist als die in Langstreckenwanderkreisen bekannte „Jenaer Horizontale“.
Mit dem „Hammeranstieg“ vom Marktplatz über die „Alm“, „Kamerun“ bis zur Jugendherberge begann die Tagesetappe auf dem zertifiziertem Höhensteig rund um Klingenthal
Da der Tagabschnitt ungeführt und individuell zu absolvieren war, mussten Kontrollpunkte angelaufen werden, deren Durchgangsstempel Voraussetzung für den Erhalt der Teilnehmerurkunde war. Neben Kamerun und Jugendherberge waren dies: Loipenhaus Mühlleithen, Arboretum, Sportplatz Dürrenbach, Ferienhotel Zwotatal, Triangulierungssäule auf dem „Hohen Brand“, und eine Forsthütte am Fuß des Hüttenbachtales. An den meisten dieser Kontrollstellen boten Mitglieder des Klingenthaler Wandervereines Getränke und geschmierte Schnitten an, so dass kein Wanderer seinen Kalorienbedarf im Rucksack mitschleppen musste. Ab der Jugendherberge hatten sich drei Zweiergruppen gebildet. Überholt wurden diese von den am frühen Morgen „frisch“ gestarteten Teilnehmern des reinen „Tagfünfzigers“. Dieses Überholtwerden tat nicht jedem der Hunderterabsolventen wohl, war aber bei den folgenden Strapazen bald vergessen.
Der Höhensteig war gut bis sehr gut ausgeschildert, trotzdem hatten die Wanderer/in wahrscheinlich einen kleinen Vorteil, die mit Hilfe von GPS, digitalem Kartenmaterial und den vom Wanderverein angebotenen GPX- daten ohne suchen und vergleichen von Karten zügig durchlaufen konnten. Aber völlig, ohne sich zu verlaufen dürfte wohl trotzdem kein Team durchgekommen sein. Leider blieb bei bestem Wanderwetter keine Zeit um die Reize dieses herrlich, weitgehend auf Kammlagen verlaufenden, Weges zu genießen.
Kurz vor dem Erreichen des Zieles setzte dann doch noch Regen ein, der aber das Glücksgefühl über die Bewältigung des Jubiläumshunderters nicht mehr unterdrücken konnte. Und bei dem außergewöhnlichen Empfang im Festzelt waren auch alle Schmerzen schnell vergessen. Weitwanderer sind es eher gewohnt, dass Ruhe eingekehrt ist, wenn sie im Ziel ankommen. Deshalb haben wir uns natürlich besonders über den Pokal, der vom Landtagsabgeordneten Voigt gespendet und überreicht wurde und über die Urkunde, übergeben vom Vorsitzenden des Klingenthaler Wandersportvereines, Peter Meisel, gefreut.

Der Hunderter ist geschafft

Endlich im Ziel

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass der Jubiläumshunderter, insbesondere die Nachtwanderung auf große Resonanz und den Wunsch der Wiederholung gestoßen ist. Ein Teilnehmerfeld von Schwerin bis Sokolov zeigt, dass solche Ereignisse auf uns, auf Klingenthal, aufmerksam machen und nicht einfach so vergessen werden sollten. Insofern hat der im Ziel anwesende Bürgermeister Thomas Hennig die richtige Vision, wenn er an eine Fortsetzung in den kommenden Jahren denkt.
Vergessen dürfen wir aber auch nicht diejenigen, die solche Veranstaltungen möglich machen und das sind für den Jubiläumshunderter,
der Klingenthaler Wandersportverein e.V. für die Vorbereitung und Durchführung der Gesamtveranstaltung, das Deutsche Rote Kreuz mit der Bergwacht Klingenthal / Bublava für die Betreuung der Nachtwanderung und der Wanderverein KCT Erzgebirge/Sokolov, welcher an der Vorbereitung der Nachtwanderung mitwirkte und mit zwei Wanderführern wichtige personelle Hilfe leistete.

Uwe Hohmann
Klingenthaler Wandersportverein e.V.